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Massnahmen & Vorlagen

Praktische Unterstützung bei der Umsetzung

Massnahmen nach Themen

Konkrete Lösungen für häufige Probleme

Für jedes Thema finden Sie bewährte Massnahmen, die Sie direkt einsetzen können.

Thema 1: Organisation & Prozesse

  • Klare Rollen: Organigramm und Verantwortlichkeiten in Schrift festhalten
  • Meeting-Regeln: Keine Meetings nach 17:00 Uhr, klare Agenda, Zeitbegrenzung
  • Kommunikationskanal: Unterscheidung: Chat, Email, Meetings – nicht alles gemischt
  • Entscheide dokumentieren: Wer entscheidet was? Prozess transparent machen
  • Änderungen mitteilen: Rechtzeitig, klar, mehrfach wiederholen

Thema 2: Arbeitszeit & Belastung

  • Workload-Check: Regelmässig abklären: Ist die Arbeit zu viel? Zu schnell?
  • Priorisierung: Was ist wirklich wichtig? Top-3-Ziele pro Quartal
  • Fokuszeiten: Blockieren Sie 2-3 Stunden pro Woche ohne Meetings
  • Flexibilität: Gleitzeit oder Homeoffice-Optionen (wo sinnvoll)
  • Pausen schützen: Mittagspause ist Ruhezeit, nicht „arbeiten während Essen"

Thema 3: Zusammenarbeit & Konflikte

  • Regelmässige 1:1: Kurze Gespräche mit jedem Mitarbeitenden (monatlich)
  • Teamregeln: Gemeinsam vereinbarte Grundsätze (Respekt, Pünktlichkeit, etc.)
  • Konfliktlösung: Klarer Prozess, externe Moderation bei Bedarf
  • Wertschätzung: Erfolge und Leistungen regelmässig anerkennen
  • Diversity: Unterschiedlichkeit akzeptieren, fördern, schützen

Thema 4: Ergonomie & Umfeld

  • Arbeitsplatz-Audit: Professionelle Überprüfung, dann gezielt investieren
  • Ergonomische Ausstattung: Gute Stühle, Schreibtische, Monitor-Ständer
  • Pausenräume: Ruhiger Ort zum Entspannen, nicht einfach nur Tische
  • Licht und Temperatur: Natürliches Licht fördern, angenehme Temperatur
  • Lärmschutz: Kopfhörer erlaubt, ruhige Ecken für Konzentration

Thema 5: Führung & Kommunikation

  • Führungs-Guideline: Wie wollen wir führen? Was erwarten wir von Führungskräften?
  • Transparenz: Geschäftszahlen, Pläne, Herausforderungen teilen
  • Feedback-Kultur: Offene, ehrliche Rückmeldungen (nicht nur in Krise)
  • Entwicklung: Lernen und Wachstum unterstützen, nicht blockieren
  • Vorbildrolle: Führungskräfte leben die Kultur vor (Work-Life-Balance, etc.)
3.4.2 Massnahmenplan-Generator

Strukturierte Planung von Massnahmen

Ein guter Massnahmenplan hat 5 Komponenten. Nutzen Sie diese Vorlage:

Komponente 1: Ziel definieren

Frage: Was genau wollen Sie erreichen?

Schwach: „Verbesserung der Work-Life-Balance"

Stark: „Mitarbeitende sollen nach 17:30 Uhr nicht mehr arbeiten. Ziel: 80% berichten bessere Erholung nach 3 Monaten."

Komponente 2: Verantwortlichkeiten klären

Frage: Wer macht was?

  • Verantwortlicher: Wer trägt die Gesamtverantwortung? (meist GL oder benannte Person)
  • Ausführende: Wer setzt konkret um?
  • Beteiligte: Wer wird miteinbezogen?
  • Betroffene: Wer profitiert davon?

Komponente 3: Konkrete Schritte

Frage: Wie genau wird es umgesetzt?

Nicht „Führung trainieren", sondern:

  • 1. Führungs-Guideline schreiben (4 Std, Kosten: intern)
  • 2. Workshop für 3 Führungskräfte (6 Std, Kosten: ext. Trainer CHF 2000)
  • 3. Feedback-Runden etablieren (1x monatlich, 30 Min)
  • 4. Erfolg messen (Mitarbeitendenbefragung nach 3 Monaten)

Komponente 4: Termine setzen

Frage: Wann passiert was?

  • Start-Datum: Wann beginnen wir?
  • Meilensteine: Wichtige Zwischenpunkte
  • End-Datum: Wann ist es umgesetzt?
  • Review: Wann schauen wir, ob es funktioniert?

Komponente 5: Budget & Ressourcen

Frage: Welche Ressourcen brauchen wir?

  • Zeit: Wie viele Stunden intern?
  • Geld: Externe Dienstleistungen?
  • Personal: Wer wird freigestellt?
  • Material: Was wird gekauft/besorgt?

Tipp: Nutzen Sie ein simples Excel oder Papier-Format. Der Plan ist das Werkzeug, nicht das Ziel. Klar und praktisch ist besser als schön und kompliziert.

3.4.3 Kommunikationsvorlagen

Vorlagen für interne Kommunikation

Gute Kommunikation ist zentral. Hier sind bewährte Vorlagen.

Info-Schreiben an Mitarbeitende

Muster: „Wie wir die Gesundheit im Betrieb verbessern wollen" – Mit Zielen, ersten Massnahmen, Fragen.

Word

Teammeeting-Leitfaden

Strukturvorlage für ein BGM-Update-Meeting: Agenda, Diskussionsfragen, Feedback-Form.

PDF

GL-Statement: BGM-Vision

Kurzes Statement der Geschäftsleitung: Warum BGM wichtig ist und was wir vornehmen.

Word

Feedback-Einladung

Email-Muster zur Befragung nach Massnahmen-Umsetzung (Was hat geholfen? Was braucht es noch?).

Email-Template
3.4.4 Führungsleitfäden

Praktische Hilfe für schwierige Situationen

Führungskräfte brauchen oft konkrete Unterstützung. Hier sind bewährte Ansätze für häufige Szenarien.

Szenario 1: Schwierige Gespräche führen

Situation: Mitarbeiter ist auffällig geworden (Leistung sinkt, Fehler, Absentismus).

Struktur:

  • 1. Beobachtung: „Mir ist aufgefallen, dass…" (objektiv, nicht wertend)
  • 2. Verständnis: „Was ist los? Wie kann ich helfen?" (offen fragen)
  • 3. Unterstützung: „Folgende Optionen haben wir…" (konkrete Hilfe anbieten)
  • 4. Vereinbarung: Was sind die nächsten Schritte? (klar, schriftlich)
  • 5. Follow-up: In 2-4 Wochen wieder schauen (nicht einfach abhaken)

Szenario 2: Überlastung ansprechen

Situation: Mitarbeiter arbeitet immer bis 20:00 Uhr, macht am Wochenende noch Arbeit.

Ansatz:

  • → Schritt 1: Ehrlich interessieren – nicht einfach kritisieren
  • → Schritt 2: Arbeitsmenge wirklich überprüfen (nicht einfach annehmen)
  • → Schritt 3: Gemeinsam Lösungen suchen (Priorisierung, Delegation, Support)
  • → Schritt 4: Klar machen: Überarbeit ist nicht gewünscht oder belohnt
  • → Schritt 5: Sie als Führungskraft gehen auch Feierabend – Vorbildrolle!

Szenario 3: Konflikte zwischen Mitarbeitenden

Situation: Zwei Mitarbeiter arbeiten nicht gut zusammen, Spannungen wachsen.

Vorgehen:

  • Früh intervenieren: Nicht warten, bis es eskaliert
  • Neutral bleiben: Keine Partei ergreifen, beide hören
  • Klare Regeln: Respekt und professionelle Zusammenarbeit sind nicht optional
  • Externe Hilfe: Bei Bedarf Mediator einbinden (Neutral, professionell)
  • Erfolg tracken: Bessert sich die Zusammenarbeit? Wenn nicht, weitere Schritte

Goldene Regel: Bei allen Szenarien gilt: Zeitnah reagieren, konkret sein, Hilfe anbieten, nicht kritisieren oder bestrafen. Ziel ist Unterstützung, nicht Sanktion.

3.4.5 Gute Praxis & Beispiele

Was funktioniert in KMU-Betrieben

Diese Beispiele aus KMU zeigen, dass professionelles BGM auch in kleinen Betrieben möglich und wirksam ist.

Beispiel 1: Kleine Schreinerei (8 MA)

Problem: Hohe körperliche Belastung, Überstunden, wenig Pausenkultur.

Lösung:

  • → Arbeitsplatz-Check mit extertem Profi (CHF 1000)
  • → Investition in bessere Werkzeuge und Hilfsmittel
  • → Klare Pausen (13:00-14:00 Uhr Mittagspause für alle)
  • → Monatliche Kurz-Meetings zu Gesundheit und Sicherheit
  • → Result: Weniger Beschwerden, weniger Überstunden, bessere Laune

Beispiel 2: IT-Consulting (15 MA)

Problem: Ständige Erreichbarkeitanforderung, Kundendrücke, Burn-out-Risiken.

Lösung:

  • → Neue Meeting-Policy: Nach 17:00 Uhr keine Meetings
  • → „Offline" Regeln: Am Wochenende keine Mails bearbeiten
  • → Homeoffice-Option (2 Tage pro Woche)
  • → EAP-Zugang für Beratung bei Stress
  • → Result: Weniger Überlastung, bessere Kundenqualität, niedrigere Fluktuation

Beispiel 3: Detailhandel (20 MA)

Problem: Konflikte im Team, flache Hierarchie führt zu Verwirrung, Kundendrück.

Lösung:

  • → Klare Rollen und Verantwortlichkeiten einführen
  • → Wöchentliche Kurz-Standups (15 Min, montags)
  • → Training für Schichtleiter: Konflikt-Management
  • → Aufwertung der Pausenräume (bisher nur Ecke)
  • → Result: Besseres Klima, weniger Fluktuation, höhere Kundenzufriedenheit

Gemeinsame Erfolgsfaktoren:

  • ✓ GL war hinter BGM (nicht nur Pflicht, sondern Überzeugung)
  • ✓ Mitarbeitende wurden beteiligt (nicht über ihnen entschieden)
  • ✓ Konkrete, kleine Massnahmen statt grosse Projekte
  • ✓ Kontinuierliche Überprüfung und Anpassung
  • ✓ Transparenz: Alle wussten, worums ging und warum
Zusammenfassung: Massnahmen & Vorlagen

Was Sie hier finden: Konkrete Massnahmen für die 5 Themen, strukturierte Planung, Kommunikationsvorlagen, Führungsleitfäden.

Wie Sie vorgehen: Wählen Sie 1-2 Top-Probleme, planen Sie konkrete Massnahmen, kommunizieren Sie transparent, setzen Sie um, und messen Sie den Erfolg.

Nächster Schritt: Gehen Sie zu "Alltag & Sonderfälle" und lesen Sie, wie Sie mit besonderen Herausforderungen umgehen.

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