
Quick Guide: BGM-Massnahmen priorisieren
Mit welchen 3–5 Massnahmen Sie den grössten Impact haben
Lesezeit: ca. 6 Minuten
Das Problem: Zu viele Ideen, zu wenig Ressourcen
BGM umfasst viele Bereiche: Arbeitssicherheit, Ergonomie, psychische Gesundheit, Führung, Prävention, Kultur... Die Liste möglicher Massnahmen ist endlos. Aber Zeit, Budget und Energie sind begrenzt.
Die Lösung: Fokussieren Sie sich auf wenige, aber wirkungsvolle Massnahmen.
1. Priorisierungs-Matrix: Impact vs. Aufwand
Bewerten Sie jede potenzielle Massnahme nach zwei Kriterien:
Impact (Wirkung):
Wie stark verbessert diese Massnahme Gesundheit, Sicherheit oder Wohlbefinden?
Hoch / Mittel / Niedrig
Aufwand (Ressourcen):
Wie viel Zeit, Geld und Energie kostet die Umsetzung?
Hoch / Mittel / Niedrig
Priorisieren Sie so:
- • Priorität 1: Hoher Impact, niedriger Aufwand → Sofort umsetzen!
- • Priorität 2: Hoher Impact, hoher Aufwand → Langfristig planen
- • Priorität 3: Niedriger Impact, niedriger Aufwand → Wenn Ressourcen übrig
- • Nicht umsetzen: Niedriger Impact, hoher Aufwand → Streichen
2. Top 5 „Quick Wins" – Massnahmen mit sofortigem Impact
1. Regelmässige Mitarbeitergespräche einführen
Aufwand: Niedrig | Impact: Hoch
Führen Sie alle 3-6 Monate ein strukturiertes Gespräch zu Wohlbefinden, Belastung und Entwicklung.
2. Ergonomie-Check am Arbeitsplatz
Aufwand: Niedrig | Impact: Hoch
Prüfen Sie Bildschirmhöhe, Stuhleinstellung, Beleuchtung. Kleine Anpassungen, grosse Wirkung.
3. Klare Kommunikation von Unterstützungsangeboten
Aufwand: Niedrig | Impact: Hoch
Informieren Sie Mitarbeitende über EAP, Betriebsarzt, flexible Arbeitszeiten. Viele wissen nicht, was verfügbar ist.
4. Absenzmanagement standardisieren
Aufwand: Niedrig | Impact: Hoch
Definieren Sie einen klaren Prozess: Wer wird informiert? Ab wann braucht es ein Arztzeugnis? Wie läuft der Wiedereinstieg?
5. Führungskräfte sensibilisieren
Aufwand: Mittel | Impact: Hoch
Ein halbtägiger Workshop zu „Gesunde Führung" und Früherkennung von Belastungen zahlt sich aus.
3. Langfristige Massnahmen (hoher Aufwand, hoher Impact)
Diese Massnahmen brauchen mehr Planung, aber bringen nachhaltigen Nutzen:
- • Einführung eines Case Managements bei Langzeitabsenzen
- • Entwicklung einer BGM-Strategie mit messbaren Zielen
- • Regelmässige Gesundheitsbefragungen (alle 1-2 Jahre)
- • Externe Audits und Zertifizierungen (z.B. Friendly Work Space)
- • Aufbau einer betrieblichen Gesundheitskultur (Workshops, Kampagnen)
Entscheidungshilfe: Welche Massnahme zuerst?
Frage 1: Gibt es akute Gefahren oder Risiken?
→ Dann: Sofort handeln (Arbeitssicherheit hat Vorrang)
Frage 2: Wo sind die grössten Belastungen im Team?
→ Dann: Mitarbeiterbefragung oder Gespräche durchführen
Frage 3: Was ist realistisch umsetzbar?
→ Dann: Starten Sie mit 1-2 Quick Wins, bauen Sie darauf auf
Fazit:
Besser 3 Massnahmen konsequent umsetzen als 10 halbherzig beginnen. Wählen Sie gezielt, starten Sie klein, messen Sie die Wirkung – und bauen Sie dann schrittweise aus.
